Fantasy-Bücher im Juni/Juli

Der Juni ist rum - Zeit, Bilanz zu ziehen, wie der Lesemonat war. Fünf Fantasy-Bücher haben es über meinen Nachttisch geschafft. Zwei topp und drei flop. Da hätten wir:

 

 

Schwarze Tränen von Thomas Finn konnte mich nicht sonderlich begeistern. Zwar ist das Buch prominent besetzt - immerhin tritt Mephisto (ja, genau: der Verführer Fausts!) in Erscheinung. Aber der Stil ist so flapsig gehalten, dass sich bei mir kein rechter Lesefluss einstellen wollte.

Auch bei Valhalla von Thomas Thiemeyer sprang der Funke nicht über. Thiemeyer hat sich mit verschiedenen - durchaus lesenswerten - Mystery-Thrillern einen Namen gemacht. Diesmal wird unter dem ewigen Eis in Spitzbergen die unglaublich alte Stadt Valhalla entdeckt. Doch kaum dort angekommen, erkrankt das Archäologen-Team an einem von Nazis gezüchteten Bio-Kampfstoff-Virus.

Klingt, als ob es spannend werden könnte. Doch zwei Dinge störten mich:

Erstens erfahren wir bis zum Schluss nichts über Valhalla. Der Leser wird mit der geheimnisvollen Stadt geködert - und dann wird nichts mehr geliefert.

Und zweitens trifft der Autor den Ton nicht. Das Figurenensemble besteht aus Russen, Amerikanern, einer Dänin, einem Japaner und einer Schweizerin. Ein internationaler Kreis also. Und dort redet man dann so:

"Ich versteh bloß Bahnhof." (S. 325)

"... dass man sich die Radieschen von unten betrachtet." (S. 326)

"... sie gehen mir gehörig auf den Senkel." (S. 329)

"... scheiß die Wand lang ..." (S. 351)

"... heiliger Strohsack!" (S. 354)

"Jetzt mal Butter bei die Fische ..." (S. 355)

Und so redewendungt es munter weiter. Statt auf internationalem Terrain wähnt man sich eher in deutscher Dorfklitsche ...

 

 

 

Gewohnt spannend war hingegen Band X der Saga Das Lied von Eis und Feuer. Ausführlich rezensiert unter: Ein Tanz mit Drachen.

Hin- und hergerissen bin ich was Die sonderbare Buchhandlung des Mr Penumbra angeht. Das Buch hat was:

  • Ein tolles Geheimnis um die titelgebende Buchhandlung, das einen der Auflösung entgegenfiebern lässt,
  • liebevoll entworfene Charaktere und
  • eine schöne Kontrastierung herrlich-alter Buchdruckkunst und moderner elektronischer Datenverarbeitung.

Leider hat das Buch auch sowas:

Die Auflösung des großen Rätsels ist so schwach, dass dem Leser schon fast jegliche Auflösung vorenthalten wird. Das letzte Gefühl beim Lesen ist daher Enttäuschung.

 

 

 

Gut unterhalten hat mich hingegen Der Heckenritter von Westeros, der genauer beleuchtet wird unter: Das Urteil der Sieben.

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