Komm zu mir, Schwester!

Komm zu mir, Schwester!

Rezension vom 30.11.2013

Fantasy Buch (Mystery-Thriller) von Lois Duncan

 

Lois Duncan? Kenne ich nicht. BAZONG - schwerer Fehler! Lois Duncan hat die Romanvorlage zu »Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast« geschrieben. Entsprechend robbte ich mich an dieses Buch heran in der Erwartung eines Reißers.

 

Zum Inhalt

Die siebzehnjährige Laurie lebt auf einer neuenglischen Insel mit ihrer Familie im Cliff House. Das klingt nicht nur so, als könnte man sich hier gerne mal zu Tode stürzen, das ist auch so.

Eigentlich verbringt Laurie einen glücklichen Sommer, doch es häufen sich mysteriöse Vorkommnisse: Immer öfter behaupten ihre Bekannten, sie dort gesehen zu haben, wo Laurie nach eigener Überzeugung nicht gewesen ist. Und dann verfestigt sich auch noch ihr Gefühl, dass jemand in ihrem Zimmer war.

Schon bald muss Laurie feststellen, dass niemand ihr die Wahrheit glauben will. Nicht ihr Freund Gordon, nicht ihre Mutter, nicht ihr Vater. Während Gordon die Fühler nach anderen Mädchen ausstreckt, scheinen ihre Eltern etwas vor ihr zu verbergen ...

 

Meine Meinung

Das Buch steigt mit einem kurzen Vorausblick ein, der eine trübsinnige und unheimliche Szenerie zeigt, und springt dann zurück, um die Geschichte von Anfang an zu erzählen. Dabei nimmt die Handlung den Leser rasch gefangen. Man hofft und leidet mit Laurie, die Gedanken- und Gefühlswelt der Teenagerin ist gut getroffen. Durch Lauries Augen etwa kann man gar nicht anders, als ihre Geschwister ebenfalls zu mögen.

Fast durchgängig wird die Geheimnisspannung aufrechterhalten: Was geht hier vor sich? Warum die merkwürdigen Zwischenfälle? Auch die Spannungskurve stimmt. Mit der Zeit werden die Vorfälle zunehmend bedrohlicher und scheinen unausweichlich auf eine Katastrophe zuzusteuern.

Die größte Schwäche des Romans ist seine streckenweise Vorhersagbarkeit. Manches ahnt man, manches weiß man, bevor die offizielle Aufklärung erfolgt.

Andererseits ist das aber auch bewusst eingesetztes Stilmittel der Autorin. Immer wieder arbeitet sie damit, den Leser mehr wissen zu lassen als die Hauptfigur. Man kennt das. (»Pass auf, Kasper, hinter dir: das Krokodil!«)

Daher leidet die Spannung an der stellenweisen Durchschaubarkeit nicht, lediglich der Überraschungseffekt ist dahin.

Die 335 Seiten flutschen rasch hinein, zum einen, weil die Autorin einiges richtig macht, zu anderen, weil der Verlag die Seiten nicht mit übermäßig vielen Buchstaben belastet.

 

→ Ein manchmal vorhersehbares, aber häufig gutes Fantasy Buch, das packt.

Buchtipp: 8/10 Punkte

 

 

 

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