Tintenherz

Wenn Bücher gefährlich werden ...

Tintenherz

Tintenherz gehört zu den modernen Klassikern der Fantasy-Jugendbücher. Außerdem ist mir ein Buch über Bücher gleich doppelt sympathisch. Riskieren wir also einen Blick zwischen die Buchdeckel …

 

Inhalt

 

Meggie und Mo, Tochter und Vater, führen ein sonderbares Leben. Nie bleiben sie lange an einem Ort, seit dem Tod der Mutter scheint eine eigentümliche Unruhe Mo erfasst zu haben. Zudem ist er nicht arm an Eigenheiten: Schon geraume Zeit weigert er sich, Meggie vorzulesen, obschon Bücher seine ganze Leidenschaft sind.

Mit dem Erscheinen eines geheimnisvollen Fremden kommen die Ereignisse ins Rollen. Mo und Meggie ergreifen die Flucht. Aber wovor auch immer ihr Vater flieht – es wird sie finden …

 

Meine Meinung

 

Tintenherz richtet sich an eine junge Zielgruppe, was man ihm anmerkt. So sind einige Figuren sehr typisiert: Meggies Tante Elinor übernimmt den skurril-komischen Part, der Böse ist eben böse etc.

Auch verarbeitet das Werk Ideen, die man kennt. (Ich bleibe hier etwas im Nebulösen, weil ich nicht zu viel sagen möchte. Die Inhaltsangabe bei amazon z.B. verrät wesentlich mehr. Dort erfährt man bereits, warum Mos Vater flüchten muss, obwohl das im Buch zunächst ein Geheimnis ist. Man wird weiterhin aufgeklärt, wer hinter den unheimlichen Vorfällen steckt, obschon das erst ein Rätsel ist. Man fragt sich, wieso sie nicht gleich das Ende preisgeben. Also hier lieber Nebel als Spoiler.) Aber Originalität ist bei einer jungen Leserschaft nicht so wichtig, weil sie die entsprechenden Vorläufer nicht kennt.

Was bietet Tintenherz?

Eine Geschichte von einer Buchliebhaberin über Buchliebhaber für Buchliebhaber.

Der aufmerksame Leser ahnt: Es geht um Bücher. So werden die Kapitel mit Literatur-Zitaten eingeleitet von Der Wind in den Weiden bis zu Die Schatzinsel. Ebenso ist die Handlung eine Verbeugung vor dem Buch. Tintenherz handelt von - man kann es durch den Nebel vage erkennen - dem Kontrast zwischen Fantasie und Realität.

Auch wenn man dem Zielgruppenalter entwachsen ist, ertappt man sich beim Schmökern, dass man selbst gerne jene Fantasiereisen antreten würde. Einmal Gandalf die Hand schütteln, einmal Prof. McGonagalls Vorlesung lauschen.

Man gewinnt die Figuren lieb und nimmt Anteil an ihrem Schicksal.

Nur manchmal wird das Bild getrübt durch inhaltliche Unplausibilitäten. So flüchtet Mo vor dem Bösen, das seine Adresse ausfindig gemacht hat, zu Meggies Tante. Wie clever. Wer Mos Wohnort herausfinden kann, wird natürlich keinesfalls seine Verwandtschaft aufstöbern können ...

Vergleichbar mit: Erinnert mich an Die unendliche Geschichte.

→ Tintenherz ist ein gelungenes Buch für eine junge Leserschaft, ältere Semester werden eher angesprochen, wenn sie sich einen entsprechenden Geschmack bewahrt haben.

Buchtipp: 7/10 Punkte

 

 

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