Die Schöne und das Biest

Rezension des aktuellen Kinofilms

Die Schöne und das Biest
Mehr Biest als Prinz: Hauptdarsteller Vincent Cassel

Inhalt

Wie viele Bühnen- und Leinwandfassungen zuvor, setzt auch dieser Film die Literaturvorlage nur bis zur Erlösung des Untiers um. Die zweite Hälfte des Plots, in der Schönheit und Prinz noch diverse Abenteuer zu bestehen haben, bleibt damit erneut unerzählt.
Zu sehen ist stattdessen die bekannte Geschichte: Die hübsche Kaufmannstochter Belle begibt sich, um ihren Vater zu retten, im Austausch für ihn in die Gewalt des Biestes. Dieses eigentümliche, tierhafte Geschöpf residiert in einem verwunschenen Schloss tief im Wald. Während besagtes Biest sich an die Schöne heranwanzt, rücken der Kaufmannsfamilie ein paar wirklich üble Gläubiger zu Leibe ...

Meine Meinung

Obschon der Stoff kein klassisches Märchen ist, besitzt er doch deutlich märchenhafte Züge. Das ist auch die Leitidee dieser Umsetzung: Die Schöne und das Biest beginnt mit einer Erzählung, in die die eigentliche Geschichte eingebettet wird, und die Handlung orientiert sich an märchentypischen Stilisierungen.
Besonders hervorzuheben sind Bilder und Atmosphäre des Films, die eine wunderbar märchenhafte Stimmung erzeugen. Das Design des verwunschenen Schlosses, die Parkanlagen und die Garderobe Belles reichen von traumhaft bis charmant-morbid.
Leider kann der Plot da nicht ganz mithalten. Das Erzähltempo ist niedrig, äußere Spannung kaum vorhanden. Innere Spannung ist nur durch das Rätsel um die Bestie gegeben. Die Auflösung des Rätsel-Stranges verlegt der Streifen aber fast vollständig in die Träume Belles, so dass die schrittweise Enthüllung der Hintergründe sich nicht aus der Handlung ergibt, sondern der Willkür der Autorin gehorcht. So kommt in mancher Szene Langeweile auf.
In einer Hinsicht ist diese Verfilmung außergewöhnlich: Es ist die vermutlich einzige Umsetzung der Geschichte, in der das Biest schöner ist als der Prinz. Das nenne ich mal einen 1a-Fluch!
Überhaupt ist die Besetzung nur bedingt geglückt: Yvonne Catterfeld als Prinzessin fällt vor allem dank ihrer stimmlichen Beschränktheit auf - erfreut das Publikum aber immerhin durch frühes Ableben.
→ Fazit: Wer sich auf einen etwas träge dahinfließenden Film einlassen mag, wird mit  wunderbaren Bildern und Atmosphäre belohnt.
Filmtipp: 6/10 Punkte

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