George RR Martin

Der Heckenritter von Westeros

Der Heckenritter von Westeros

Inhalt

Der Heckenritter von Westeros ist eine Sammlung von drei kurzen (je etwa 150 Seiten) Erzählungen aus der Feder von George RR Martin, die in den Jahren 1999, 2004 und 2010 unter den Titeln Der Heckenritter, Das verschworene Schwert und Der geheimnisvolle Ritter erschienen sind.
Alle Geschichten berichten von Dunk, genannt Duncan der Große, einem jungen Heckenritter mit hehren Idealen und nicht ganz so hehren Fähigkeiten. Begleitet wird er von seinem Knappen Ei, einem cleveren, aber zur Arroganz neigenden Burschen.
Heckenritter bilden jenen Teil der Ritterschaft von niedriger Geburt. Sie sind darauf angewiesen, ihr Schwert in den Sold anderer zu stellen. Ihr Name leitet sich von der Notwendigkeit ab, gelegentlich in der Natur zu nächtigen.
Die Erzählungen handeln etwa 100 Jahre vor den Ereignissen im Lied von Eis und Feuer.
In Der Heckenritter erleben wir, wie der 16jährige Dunk zum Ritter wird. Er nimmt an seinem ersten Turnier teil und gerät prompt in eine üble Auseinandersetzung mit einigen leibhaftigen Targaryen!
Das verschworene Schwert erzählt von dem Versuch, den Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Lords zu lösen.
In Der geheimnisvolle Ritter tritt Dunk erneut zu einem Turnier an. Doch bald merkt er, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht ...

Meine Meinung

Die Geschichten brauchen ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Da sie je nur 150 Seiten umfassen, ist das schade. Dennoch stellt sich nach einiger Zeit das gewohnte George-RR-Martin-Feeling ein: Die Welt von Westeros ist selbst 100 Jahre früher gut wiedererkennbar, die Motive der Figuren sind ähnlich und die Rigorosität Martins im Umgang mit seinen Figuren bleibt ebenfalls erhalten.
Leider bleibt auch ein Kritikpunkt: Wir werden mit Massen von Namen zugeknüppelt. Das wiegt hier umso schwerer, als dass wir nur wenig Zeit haben, uns an die Charaktere zu gewöhnen. Und es fehlt im Gegensatz zu Das Lied von Eis und Feuer ein Personenregister.
In mancherlei Hinsicht ist Der Heckenritter aber das Kontrastprogramm zur Saga:
•    Statt vieler Hauptfiguren konzentriert sich die Erzählperspektive ganz auf Dunk.
•    Daraus folgt, dass - bei aller bekannten Grausamkeit Martins - Dunk nicht sterben kann. (Das hat auch Vorteile: Der Junge wächst uns rasch ans Herz!)
•    Statt einer Geschichte, die zwischen den höchsten Königshäusern spielt, bewegen wir uns eher am unteren Rand der Gesellschaft.
•    Statt der Zukunft des Reiches (oder der Welt?) werden zum Teil kleinere Konflikte thematisiert: ein Turnierkampf, ein Nachbarschaftsstreit etc.
•    Zudem sind Dunks Qualitäten als Ritter bescheiden. Oft ist es nur seine schiere Größe (über zwei Meter), die ihn rettet.
→ Auch wenn Der Heckenritter von Westeros nicht die epische Wucht der Saga Das Lied von Eis und Feuer erreicht, ist sie für Fans von George RR Martin ein Muss. Noch-nicht-Fans sollten vorrangig die Saga lesen.
Buchtipp: 7/10 Punkte

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Hier geht es zu den Rezensionen - Das Lied von Eis und Feuer - Band I, Die Herren von Winterfell, Band II, Das Erbe von Winterfell, Band III, Der Thron der sieben Königreiche, Band IV, Die Saat des Goldenen Löwen, Band V, Sturm der Schwerter, Band VI, Die Königin der Drachen, Band VII, Zeit der Krähen, Band VIII, Die dunkle Königin, Band IX, Der Sohn des Greifen, und Band X, Ein Tanz mit Drachen.

Der Heckenritter von Westeros
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