Die dunkle Königin und Zeit der Krähen

Das Lied von Eis und Feuer, Rezension der Bände VII und VIII

Die dunkle Königin

Inhalt

Die Handlung fokussiert sich auf Königsmund. Den größten Raum nehmen Kapitel aus Cerseis und Jaimes Sicht ein. Nach dem Tod von Tywin Lennister versucht Cersei, ihre Macht zu festigen. In gewohnter Manier protegiert sie eigene Gefolgsleute und intrigiert gegen die Tyrells. Die Liebe zu ihrem Bruder hingegen erkaltet. Die Veränderung, die Jaime durchgemacht hat, ist Cersei nicht entgangen. Also plant sie, ihn kaltzustellen.
Außerhalb Königsmunds spielen Brienne und Samwell die größten Rollen. Brienne fühlt sich noch immer an den Schwur der inzwischen verstorbenen Lady Stark gegenüber gebunden und sucht nach Sansa und Arya. Samwell wird von Jon zusammen mit Goldy und Master Aemon(!) gen Altsass geschickt, wo er selbst zum Maester ausgebildet werden soll.

Meine Meinung

Der siebte Teil ist der bisher mit Abstand schwächste der Reihe. Einige der beliebtesten Figuren kommen überhaupt nicht vor: Tyrion und Daenerys. Auch Jon Schnee tritt nur am Rande auf. Wenn man bedenkt, wie lange und sehnlichst die Fans jeweils die neuen Bände der Saga erwarten, um zu erfahren, wie es mit ihren Lieblingsfiguren weitergeht, ist das unverzeihlich.
In einem Nachwort entschuldigt sich George R.R. Martin dafür, indem er anführt, andernfalls wären es zu viele verschiedene Erzählperspektiven gewesen. Das Argument überzeugt nicht. Erstens ist der Autor das ja selbst schuld und zweitens verschärft er das Problem noch durch einen zusätzlichen Fehler: das Einfügen neuer Perspektiven.
Dabei tragen die Kapitel Namen wie Der Plünderer und Der Hauptmann der Wache. Schon den Titeln merkt man an, dass die Figuren im Weiteren nicht mehr von Belang sein werden und entsprechend hält sich die Anteilnahme an ihrem Schicksal in Grenzen. Besagter Hauptmann der Wache steht zum Beispiel ein ganzes Kapitel lang nur herum und hört mit an, was Fürst Doran sagt.
Briennes Suche nach den Stark-Mädchen tritt ebenso auf der Stelle. Bran sucht - inzwischen seit sechs Bänden(!) - immer noch die dreiäugige Krähe.
Erst in Die dunkle Königin gewinnt die Handlung endlich wieder an Fahrt. Cerseis Kampf um die Macht in Königsmund spitzt sich zu, Jaime tritt gegen die Tullys an, die sich den Lennisters anhaltend widersetzen und die Jungfrau von Tarth trifft auf die Truppe des Blitzlords.
Zeit der Krähen ist dabei ein vieldeutiger Titel:
1. Er kann die aasfressenden Vögel meinen. Die vielen prominenten Todesfälle werden in der Handlung aufgearbeitet und die Karten im Machtspiel entsprechend neu gemischt.
2. Er kann auch die Männer der Nachtwache bezeichnen. Nach dem Tod des Alten Bären entbrennt der Kampf um seine Nachfolge, die traditionell per Wahl entschieden wird.
3. Er kann sich weiterhin auf die Männer Euron Graufreuds, genannt Krähenauge, beziehen. Der Bruder des verstorbenen Königs Balon greift nach dem Thron der Eiseninseln und sieht sich in der kriegerischen Linie seiner Vorfahren ...
→ Fazit: Wer wissen will, wie es weitergeht, kommt um diese Bände natürlich nicht herum. Als Einzelwerk wäre aber der siebte Band keine Empfehlung.
Buchtipp: 4/10 Punkte (Band VII), 7/10 Punkte (Band VIII)

Mit Freunden teilen:

Hier geht es zu den Rezensionen - Das Lied von Eis und Feuer - Band I, Die Herren von Winterfell, Band II, Das Erbe von Winterfell, Band III, Der Thron der sieben Königreiche, Band IV, Die Saat des Goldenen Löwen, Band V, Sturm der Schwerter und Band VI, Königin der Drachen.

Die dunkle Königin
Zeit der Krähen