Sturm der Schwerter und Die Königin der Drachen

Das Lied von Eis und Feuer, Rezension der Bände V und VI

Die Königin der Drachen

Inhalt

In Westeros tobt der Krieg der fünf Könige, auch wenn Renly Baratheon bereits das Zeitliche gesegnet hat. Robb Starks Glück in der Schlacht scheint anzuhalten, doch im hohen Norden sammelt sich eine gewaltige Armee aus Wildlingen und ... Schlimmerem, so dass Winterfell in einen Zweifrontenkrieg zu geraten droht.
Derweil hofft Sansa, endlich aus dem goldenen Käfig in Königsmund entfliehen zu können. Und tatsächlich ergibt sich eine Chance, die jedoch ihre eigenen Tücken birgt.
Arya schlittert vom Regen in die Traufe und sinnt auf Rache.
Jon hingegen ist nun zum Verräter wider Willen geworden und muss das Kunststück fertigbringen, den Norden zu retten, ohne das Vertrauen der Brüder zu haben ...

Meine Meinung

Martin bleibt in Bestform. Neben vielem Positiven, was zu den ersten vier Bänden bereits geschrieben wurde, gilt es festzuhalten:
•    Mit Jaime Lennister hält eine neue Perspektive Einzug. Der Bruder Cerseis, der von Robb Stark als Geisel gehalten wird, wird durch die Darstellung seiner Innenwelt verständlicher und rückt dem Leser näher. Martin kontrastiert den skrupellosen Schönling gezielt mit der ehrenhaften, aber hässlichen Brienne von Tart, wodurch sich ein zündendes Zusammenspiel mit interessantem Ausgang ergibt.
•    Während der dritte und vierte Band dem Finale in der Schlacht um Königsmund zustrebte, liegt der Schwerpunkt im fünften und sechsten Band eher im Bereich der Intrigen. Wir erfahren endlich, was der so seltsam lang verschollene Kleinfinger inzwischen getrieben hat. Das Ende des sechsten Teils ist dann ein echter Paukenschlag - oder eigentlich deren drei. Martin setzt nämlich zu drei Hammerschlägen nacheinander an: Tyrions Handlung in Königsmund spitzt sich dramatisch zu, Robb und Catelyn bekommen einen eigenen Höhepunkt und schließlich kulminiert das Geschehen noch um Kleinfinger.
•    Der guten Sitte der Vorgängerbände folgend erwischt es auch dieses Mal wieder wichtige Figuren! Natürlich wird hier nicht verraten, wer dem martinschen Rigorismus zum Opfer fällt, jedoch sei gemunkelt, dass aus den Familien der Starks und Lennisters gleich vier Charaktere abkacken. (Man entschuldige den Begriff, aber es sei versichert, dass sich zumindest in einem der vier Fälle kein treffenderer finden lässt ...)
Gibt es so gar nichts Negatives?
Doch, doch:
•    Jenseits des Meeres rüstet Daenerys mal wieder so gigantisch auf, dass man sich fragt, ob der Ausgang des Fünf-Königskrieges in Westeros nicht ohnehin völlig unerheblich ist.
•    Die Rote Frau Melisandre ist zwar sehr geheimnisvoll, leider aber auch ein permanenter Deus ex Machina. Nie wird ganz klar, was ihre Zaubermacht eigentlich kann, zugleich ist sie so mächtig, dass sie wiederholt den Geschichtsverlauf über den Haufen wirft. Einem schlechteren Autor als Martin könnte man so etwas wirklich übel nehmen ...
→ Fazit: Hach, watt schön.
Buchtipp: 8/10 Punkte

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Sturm der Schwerter
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