Arrow

Rezension der Superheldenserie

Stephen Amell als Grüner Pfeil
Stephen Amell als Grüner Pfeil

Inhalt

Oliver Queen verunglückt mit Vater, Betthase und Jacht. Sein Liebchen verstirbt. Dem Vater muss er vor dessen Ableben noch versprechen, dass er in Starling City Wiedergutmachung am korrupten väterlichen Erbe leistet.
Dann strandet Oliver an einer gar nicht so einsamen Insel, auf der er nun fünf Jahre ums Überleben kämpft. (= erster Handlungsstrang, in Rückblenden)
Von dort zurückgekehrt ist er entsprechend gestählt. Er versucht, das Versprechen einzulösen, indem er Green Arrow (Der Grüne Pfeil) wird: ein verkleideter Bogenschütze, der gnadenlos die alten Komplizen seines Vaters jagt. (= zweiter Handlungsstrang, Gegenwart)

Meine Meinung

Arrow ist ein Smallville-Spin-off. Dabei ist die Rolle Green Arrows mit Stephen Amell besetzt und soll offenbar härter und dunkler interpretiert werden als in Smallville. Das führt zu dem Kuriosum, dass Oliver schon zu Beginn auf mysteriöse Weise die blonden Haare verliert und fortan dunkelhaarig ist.
Was die Serie bietet:
•    einen schmucken Hauptdarsteller, der in nahezu jeder Folge das Ergebnis seines ungewöhnlichen Fünfjahresfitnessplans präsentiert.
•    eine verkommene Stadt und einen düsteren Rächer (Batman lässt grüßen).
•    gut inszenierte Action-Szenen, in denen auch die aus den Comics bekannten Spezialpfeile zum Einsatz kommen.
Woran es hapert:
•    Neben einem staffelumfassenden Plot hat fast jede Folge eine in sich abgeschlossene Handlung. Da diese in nur 40 Minuten fertig erzählt sein muss - und davon zusätzlich die Zeit für die Rückblenden und diverse sonstige Szenen abgezogen werden müssen - ist das Geschehen entsprechend primitiv.
•    Daher sind die Bösewichtige vielfach bloße Pappfiguren. Noch bevor sie Kontur gewinnen können, sind sie auch schon tot.
•    Ungeachtet des Superheldenmotivs kommt nicht eine einzige Superfähigkeit vor. (Das wird sich in Staffel 2 mit dem Auftritt von Flash ändern!)
•    Die Rückblenden haben in den meisten Folgen gar nichts mit der Haupthandlung zu tun und sind entsprechend sinnlos eingestreut.
•    Einige Abweichungen von der Comicvorlage wirken reichlich unmotiviert: Statt Star City heißt es nun Starling City, Oliver hat optisch keine Ähnlichkeit mit der Comicfigur und wird nicht etwa Green Arrow genannt, sondern bloß «der Bogenschütze« - was in einer Serie namens Arrow schon ziemlich beknackt ist.
•    Dazu gibt es die üblichen Schwächen amerikanischer Serienformate: teils doofe Dialoge, vorhersehbare überraschende Wendungen und eine ständige Thematisierung der Frage, wer denn jetzt am besten mit wem zusammen sein sollte. (Natürlich landet jede glückliche Beziehung ohnehin nach ein bis zwei Folgen wieder in der Krise und jede Krise wird in ein bis zwei Folgen durch Trennung/Versöhnung wieder aufgelöst.) Das wird dann überdeckt mit dem bekannt nervigen Familien-Pathos: »Denk´ an deine Familie!«, »Ich tue es für die Familie!«, »Die Familie ist das Wichtigste!« Klar: Schwesterchen ist high, Mutti korrupt und Vati ein Verbrecherboss - aber nichts ist so toll wie die eigene Sippschaft!
→ Fazit: Wer Superhelden mag, wird kurzweilig unterhalten. Wer versehentlich das Gehirn einschaltet, wird gequält.
Filmtipp: 5/10 Punkte

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