Lone Ranger

Lone Ranger

Rezension vom 26.12.2013

Western mit Mystery-Elementen von Gore Verbinski (Regie)

 

Lone Ranger ist ein komödiantischer Western mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter. Eigentlich also ein mittleres Wunder, dass er an den Kinokassen floppte. Fantasy Buch Webseite, Urheimat des investigativen Journalismus, ließ nichts unversucht, um der Ursache dafür auf den Grund zu gehen.

 

Zum Inhalt

 

John Reid (Armie Hammer) ist Staatsanwalt. Er soll einen berühmten Kriminellen seiner gerechten Strafe zuführen. Mit dem Übeltäter gemeinsam wird der leicht wirre Indianer Tonto (Johnny Depp) angeliefert.

Doch dem Verbrecher gelingt die Flucht. Reid und Tonto nehmen die Verfolgung auf. Sie wachsen langsam zu einem Team zusammen, während sie erahnen, dass hinter dem entschlüpften Gefangenen eine Verschwörung steckt ...

 

Meine Meinung

 

Johnny Depp mit Kostüm und Schminke in der Rolle des Verstörten, Skurrilen, Witzigen. Das kennt man. Auch wenn es im Mittleren Westen auffallend wenig Wasser gibt, kommt man nicht umhin, ständig Captain Jack segeln zu sehen.

Aber blenden wir Enterhaken und Holzbeine einen Moment aus und lassen den Film für sich stehen: Lone Raner ist ein Western, der die Genre-Erwartungen bedient. Er bietet Ranger und Schurken, Prostituierte, viele Pferde und Colts, einen Indianerstamm, dampfende Eisenbahnen und beeindruckende Landschaftsaufnahmen von ziemlich toten Flecken Erde. Dazu ist der Streifen mit reichlich Humor gewürzt. Dabei gibt es eine große Spannbreite von brüllend-komisch bis allzu-gewollt-witzig. Einer der besten Klopper wird gleich zu Beginn vom Stapel gelassen. Achtet auf die Puppe!

Aber der ausgestopfte Vogel auf Tontos Kopf. Tut das wirklich not? Man fühlt sich an Clownsperücken und rote Nasen erinnert. (»Achtung! Ich bin eine lustige Figur.«) Und dann muss Tonto den toten Flattermann auch noch unentwegt füttern. Ein Running Gag, der schon beim ersten Mal nicht zündet. Helena Bonham Carter hat übrigens ein Elfenbein-Bein. (Nicht zu verwechseln mit einem Elfenbein - das hat Legolas.)

Dafür verfügt der Film über eine ernstzunehmende Handlung. Ohne größere Sinnschwächen auszukommen, ist für einen Western nicht selbstverständlich. Allerdings ist der zentrale Twist kurz vor Ende vorhersehbar.

Und nun doch noch ein Wort zum Fluch-der-Karibik-Vergleich: Hier soll allzu sehr ein bekanntes Erfolgskonzept kopiert werden. Vermutlich ist es das, was Lone Ranger das Genick gebrochen hat. Für sich betrachtet hätte der Film durchaus als ordentliche Western-Komödie durchgehen können. Im Abgleich mit dem großen Vorbild (Teil I) jedoch erreicht er nicht die gleiche Gag-Qualität und auch nicht die intelligente Handlung mit den unzähligen überraschenden Wendungen.

Vergleichbar mit: Fluch der Karibik mit deutlichen Einschränkungen (s.o.)

→ Lone Ranger taugt für einen netten Abend. Johnny-Depp- und Westernfans kommen auf ihre Kosten. Fluch-der-Karibik-Fans müssen weiter auf Teil 5 hoffen.

Filmtipp: 7/10 Punkte

 

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